Jour fixe am 14. Juni 2022

Macht und Eliten


Tijo Salverda – Professor für Ethnologe, bis vor Kurzem auch an der Universität Wien – forscht zum Thema „Macht und Eliten. Wir haben Tijo Salverda eingeladen, uns ein paar Grundgedanken zum Thema „Macht und Eliten“ im Zusammenhang mit und in ihrer Bedeutung für gesellschaftliche Transformationsprozesse zu geben und zu diskutieren. Denn, so unsere Überzeugung: ohne Auseinandersetzung mit Macht und ohne das Nutzen der eigenen Macht wird es nicht gehen.
Tijo Salverda stellte einige Thesen auf, die für die Haltung und die Gestaltung von Transformationsprozessen wichtig sind:

  • Macht funktioniert oft komplexer als dargestellt.

  • Schwächere Gruppen können Eliten dazu "zwingen" sich zu verteidigen.

  • Macht der Eliten ist also nicht nur proaktiv, sondern dient auch dazu, den Status Quo zu verteidigen.

  • Obwohl Eliten ihre Position meistens teilweise schützen können, haben “schwächere Gruppen” (oder Kritiker:innen) oft mehr Macht, als sie denken.

  • Sie können Eliten “zwingen” bestimmte Änderungen durchzuführen.

  • Für tatsächliche Transformation benötigen wir aber sehr aktivistische Kritiker:innen, die einen konstanten gesellschaftlichen Druck beibehalten können.

Wir haben nach dem „offiziellen“ Teil des Jour fixe noch stundenlang über diese Thesen diskutiert, Beispiele gesucht und Anwendungen überlegt.